Pressespiegel

B.Z. 21.01.2016 Auf dieses Aufeinandertreffen hätten viele Senatspolitiker sicherlich gerne verzichtet! Unter den mehr als 1000 Anwesenden fast ausschließlich Gegner des Vorhabens!  Immer wieder wurden die Senatsvertreter von lautem Pfeifen und Buhrufen unterbrochen („Warum schafft das München nur Berlin nicht“). Nur schwer wollten sich die Anwesenden von den Argumenten überzeugen lassen. Ein ehemaliger Flüchtling fragte unter Applaus: „Wie sollen die Menschen dort deutsch lernen, wenn dort keine Deutschen sind?“

Müller hat wieder einen Masterplan. Von einem Massenlager spricht er nicht. Eine „Großeinrichtung“ würde am Standort Tempelhofer Flughafen errichtet. Integration? Kein Problem. Ein externer Dienstleister solle Tempelhof als Integrationsort ausbauen und die Tagesbetreuung der Flüchtlinge mit den Trägern organisieren. Die Änderung des ThF-Gesetzes für die Unterbringung von Flüchtlingen auf dem ehemaligen Flughafen soll laut Müller nach Absprache mit den Fraktionschefs Raed Saleh (SPD) und Florian Graf (CDU) am 28. Januar im Abgeordnetenhaus beschlossen werden. Am 21. Januar findet eine Bürgerversammlung in der Haupthalle statt (Beginn: 19 Uhr)
mehr lesen im Tagesspiegel, 14.01.16 von Sabine Beikler.

Junge Welt, 05.01.2016: von Ulrike von Wiesenau : Im Windschatten der sogenannten Flüchtlingskrise sollen ein massiver Abbau von Demokratie und Bürgerrechten betrieben werden. Aktuell hat der Senat eine weitere Gesetzesänderung eingeleitet, um sich eine einseitige Wahlkampffinanzierung bei Volksentscheiden zu sichern. Bürgerinitiativen wären in Zukunft bei einem Volksentscheid chancenlos. Mehr infos hier

Presseschau der Hintergründe zu der Verschiebung:

Daniel Buchholz (SPD) sagt: "Wir sind doch kein Abnickverein." Er will, dass die Bürger erst ihre Meinung äußern können.

Matthias Brauner (CDU): Die Parlamentarier warten auf eine neue Beschlussvorlage des Senats. Sie wollten wissen, wozu der Senat die Flächen auf dem Tempelhofer Feld exakt brauche. "Ich finde die Verschiebung nicht problematisch“, sagte Brauner, „schließlich handelt es sich um ein Volksgesetz und muss entsprechend respektvoll behandelt werden“ Ob die SPD-Fraktion mit diesem Zeitplan einverstanden ist, war zunächst nicht zu erfahren.

Interessant auch: "Die Baupolitiker der SPD-Fraktion seien über den Senatsentwurf vorab nicht informiert gewesen, hieß es am Rande der Bauausschusssitzung."

Und schliesslich nehmen wir gerne zur Kenntnis: "Nicht nur bei der Initiative ist die Ansicht sehr verbreitet, es gehe der SPD und Regierungschef Müller eigentlich darum, das Bauverbot für das Tempelhofer Feld aufzuweichen und irgendwann ganz zu kippen."

taz, 04.01.2016, von Malene Gürgen: Stadtpolitische Initiativen fordern die Abkehr von Massenunterkünften – und von den Plänen, das Tempelhofer Feld doch zu bebauen.

Morgenpost 04.01.16, von Joachim Fahrun: Ein Bündnis von Flüchtlingshelfern, Architekten und der Initiative zum Erhalt des Tempelhofer Feldes drängt den Senat zu einem anderen Kurs bei der Unterbringung von Asylbewerbern.Auslöser der Offensive der verschiedenen Gruppen sind die Pläne des Senats, neben den Hangars auf dem ehemaligen Flugfeld in Tempelhof weitere Notunterkünfte in großen Hallen einzurichten und deshalb das per Volksentscheid beschlossene Gesetz gegen eine Bebauung des Tempelhofer Feldes zu ändern.

weitere Pressereaktionen  Berliner Zeitung, 04.01.16:  Focus, 04.1.16 „Wir haben den Eindruck, dass der Senat nur auf Massenlager setzt“, kritisierte Georg Classen vom Flüchtlingsrat. Hier seien die Verhältnisse oft menschenunwürdig, der Senat halte seine eigenen Mindeststandards nicht ein. rbb-online.de 04.1.16  Berliner Initiativen fordern Ende der "Massenlager".

Taz 03.01.2016 von Antje Lang-Lendorff : „Will Berlin ein riesiges Massenlager für Geflüchtete auf dem Tempelhofer Feld?" so haben Aktive aus der Flüchtlingshilfe, der Stadtentwicklung sowie die Initiative 100 % Tempelhofer Feld die Veranstaltung überschrieben. Natürlich eine rhetorische Frage. Wer „will“ schon ein „Massenlager“, und dann auch noch mitten in der Stadt? Die Pressekonferenz dient demnach vor allem dazu, die Kritik an der Unterbringung auf dem Feld gemeinsam zu formulieren, ihr noch mal Nachdruck zu verleihen.

Morgenpost 29.12., Kommentar von Joachim Fahrun. Die Flüchtlinge brauchen eine Perspektive. Als nächstes braucht man einen Fahrplan, wie Turnhallen so zügig wie möglich freigezogen werden können.  Vor allem aber brauchen die Flüchtlinge eine Perspektive, aus den Massenquartieren, wo schnell Konflikte entstehen können, herauszukommen.