Unsere Stellungnahme zu den Plänen von Kollhoff-Nöfer

Unsere Stellungnahme zu den Plänen von Kollhoff-Nöfer das Tempelhofer Feld massiv zu bebauen.

Am Mittwoch, 20.5., wurde wieder einmal ein Bebauungsvorschlag öffentlich wirksam präsentiert … Wirklich bemerkenswert an diesen Bebauungsplänen für das Tempelhofer Feld ist nicht einmal der Entwurf selbst, sondern die Haltung dahinter.

Denn die Zukunft des Feldes ist keine Spielwiese für Prestigeprojekte und keine Frage architektonischer Eitelkeit. Sie ist eine politische Frage. Und darüber wurde bereits demokratisch entschieden: durch einen Volksentscheid, bei dem die Berliner:innen für den vollständigen Erhalt des Feldes gestimmt haben.

Umso irritierender ist es, wenn nun so getan wird, als sei dieser Entwurf „alternativlos“. Aber in einer Demokratie ist nichts alternativlos – schon gar nicht gegen ein bestehendes Votum der Stadtgesellschaft.

Auch das Timing wirft Fragen auf: Warum wurde dieser Entwurf nicht beim Ideenwettbewerb des Senats eingereicht? Dort haben zahlreiche Teams Vorschläge präsentiert, und erneut setzte sich der Erhalt des Feldes durch. Will man die öffentliche Debatte umgehen? Oder an Bevölkerung und Politik vorbeiplanen?

Passend dazu erscheint „zufällig“ zeitgleich eine IHK-Umfrage, laut der 60 % der Berliner:innen für eine Randbebauung des Tempelhofer Feldes seien.

Abgesehen davon, wie tendenziös solche Fragestellungen sein können: Eine kurzfristige Meinungsumfrage ist nicht gleichzusetzen mit einem jahrelangen demokratischen Prozess, an dessen Ende ein Volksentscheid steht. Ein Stimmungsbild ist nicht verbindlich.

Wer ernsthaft über das Wohnungsproblem sprechen will, muss endlich die tatsächlichen Potenziale dieser Stadt angehen:
→ Rund 2 Millionen Quadratmeter Gewerbeleerstand und Industriebrachen reaktivieren
→ Den Bauüberhang angehen: In Berlin sind zehntausende bereits genehmigte Wohnungen noch immer nicht realisiert. Rund 60.000 Wohnungen könnten vergleichsweise schnell entstehen
→ Die Potenziale des Stadtentwicklungsplans „StEP 2040“ nutzen

Das Tempelhofer Feld ist nicht einfach eine freie Fläche auf der Karte.
Es ist Freiraum, Begegnungsort, Kaltluftschneise, Sportfläche und ein Ort, der allen Berliner:innen gehört.

Siehe auch Artikel in unserem Pressespiegel.

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