Baustopp am Columbiadamm! Kein unbefristetes Baurecht!

P R E S S E M I T T E I L U N G
Berlin, den 15.4.2026

Senat schafft Fakten auf dem Tempelhofer Feld – Initiative fordert sofortigen Baustopp am Columbiadamm und warnt vor unbefristetem Baurecht

Trotz Volksentscheid, Bürgerdialog und eigener Wahlversprechen bereitet der Berliner Senat die Bebauung des Tempelhofer Felds vor. Eine Gesetzesänderung soll unbefristetes Baurecht schaffen. Die Initiative 100% Tempelhofer Feld fordert einen sofortigen Baustopp und kritisiert die Missachtung demokratischer Prinzipien sowie die offensichtliche Doppelmoral der SPD.

Senat bebaut mit Grillwiese unverzichtbaren öffentlichen Raum mit zentraler Rolle für das Klima

Auf der 10.000 m² großen Grillwiese nahe Columbiadamm soll eine neue Großunterkunft für rund 1000 geflüchtete Menschen entstehen. Seit Januar 2026 finden Bauvorbereitungen statt. Der Auftrag für die neun 3-stöckigen Modulbauten wurde bereits öffentlich ausgeschrieben. Der Projektbeginn ist für Juli 2026 geplant.
Die Initiative 100% Tempelhofer Feld fordert, dass das Feld vollständig als öffentlicher Raum erhalten bleibt. Anita Möller erklärt als Sprecherin der Initiative: „Besonders die vielen Menschen aus den dicht besiedelten Bezirken kommen hier her. Das Feld ist der einzige Ort, an dem sie alle immer ausreichend Platz finden. Berlin kann auf Freiraum für Freizeit und Erholung nicht verzichten.“ Zudem räumt der Senat selbst ein, dass durch das Bauvorhaben aufgrund von Versiegelung und Versperrung von Kalt- und Frischluftströmen „negative Auswirkungen auf den Klimaschutz zu erwarten“ sind (siehe Drucksache 19/2659).

Gesetzesänderung soll unbefristetes Baurecht schaffen, Not Geflüchteter wird instrumentalisiert

Der aktuelle Gesetzesstand erlaubt die Errichtung von baulichen Anlagen auf weitläufigen Fläche am Columbiadamm, zu der auch die Grillwiese gehört, befristet bis Ende 2028 und mit Rückbauverpflichtung. Der Senat will diese Befristung und den terminierten Rückbau aus dem Gesetz streichen. In den kommenden Wochen wird das Berliner Abgeordnetenhaus über die Gesetzesänderung abstimmen. Die Initiative 100% Tempelhofer Feld hält diesen Vorstoß für inakzeptabel: „Damit würde faktisch unbefristetes Baurecht geschaffen. Aus einer angeblich temporären Notlösung würde eine dauerhafte Bebauung. Hier werden die Bedürfnisse von geflüchteten Menschen instrumentalisiert.“ Die geplante Unterbringung in Großunterkünften widerspreche zudem einer humanen Politik mit echtem Integrationsinteresse. Derartige Einrichtungen geraten aufgrund ihrer sozial isolierenden Ghettoisierung, Enge und fehlenden Privatsphäre immer wieder in die Kritik - wie jüngst auch die Berichterstattung über Todesfälle, Suizide und Konflikte in den bestehenden Unterkünften auf dem Tempelhofer Feld zeigte. Statt in die Errichtung neuer Großunterkünfte zu investieren, äußert die Initiative grundsätzliche Kritik an der derzeitigen Praxis der Unterbringung von Geflüchteten und fordert eine menschenwürdige Unterbringung.

Realität widerspricht Wahlversprechen, demokratische Entscheidungen werden übergangen

Aus Sicht der Initiative offenbart der gesamte Vorgang eine undemokratische Doppelmoral, insbesondere der SPD. Während die SPD im Wahlprogramm 2026 zum Feld erklärt, „Das Tempelhofer Feld ist ein besonderer Ort für Klima, Bewegung und soziales Miteinander. Wir erhalten es in seiner heutigen Funktion und entwickeln es behutsam weiter. Wohnungen am Feldrand kommen nicht in Frage, solang die bisherigen Flächen in Berlin ungenutzt sind – Vorrang haben bestehende Baupotenziale“, arbeitet sie gleichzeitig an seiner unbefristeten Bebauung. Sowohl das Ergebnis des Volksentscheids 2014 als auch das Bürgerdialogs 2024 werden übergangen. Und obwohl das parlamentarische Verfahren zur Gesetzesänderung noch nicht abgeschlossen ist, schafft die Bauvorbereitung bereits Tatsachen. Auch bei der Flüchtlingspolitik bekennt sich die SPD zwar öffentlich zu dezentralen Unterbringungen, baut auf dem Feld aber erneut eine Großunterkunft.

Die Initiative 100% Tempelhofer Feld fordert:

  • einen sofortigen Verzicht auf Bebauungspläne am Columbiadamm
  • dezentrale Standorte für eine menschenwürdige Unterbringung von Geflüchteten

Pressekontakt:
Anita Möller von 100% Tempelhofer Feld, 01723968685 und presse@thf100.de

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