Ausstellungseröffnung zum Ideenwettbewerb: 6 prämierte Entwürfe, 4 davon gegen eine Bebauung

Die Ergebnisse sind eindeutig – doch SPD und CDU ignorieren sie: Sowohl die Dialogwerkstätten mit repräsentativ ausgewählten Menschen als auch der internationale Ideenwettbewerb haben mehrheitlich klare Ablehnung einer Randbebauung ergeben.

Bürgerbeteiligung ignoriert – Regierung hält unbeirrt an Bebauung fest

Trotzdem halten CDU und die SPD an ihren Plänen fest, das Feld zu bebauen. Wegner erklärte jüngst: „Meine Position ist bekannt: Ich bin für eine Randbebauung“. Und BauSPD Senator Gaebler geht sogar noch einen Schritt weiter: Selbst die Gewinnerentwürfe ohne Bebauung sollen nun für eine Gesetzesänderung herhalten. Die Büros der drei Sieger-Entwürfe für Nichtbebauung widersprechen klar: für keinen dieser Entwürfe muss das Gesetz geändert werden, im Zweifelsfall können die Pläne angepasst werden, so wie man es in jedem anderen Fall auch machen würde.

Die Entscheidung Gaeblers, das Gesetz zu ändern, hat eine der Beteiligten am Ende der Dialogwerkstatt schon im September 2024 auf den Punkt gebracht:
"Wenn nach diesem eindeutigen Ergebnis der Dialogwerkstatt am Ende Entwürfe mit Bebauung stehen sollten, wissen wir: Wir sind verarscht worden."

Das ganze Dialogverfahren war also nur ein einziges Täuschungsmanöver, um das Tempelhofer Feld Gesetz aus dem Weg zu räumen.

Dies ist ein schwerer Schlag für die Glaubwürdigkeit demokratischer Beteiligung in Berlin:

  • DerVolksentscheid von 2014 war das Ergebnis eines über zweijährigen Prozessen und am Ende eine Entscheidung mitten aus dem Volk. In allen Bezirken stimmte die Mehrheit für das Gesetz zum Erhalt das Feldes.
  • DieDialogwerkstätten 2024/25 haben ausschließlich für Perspektiven für Erhalt und Weiterentwicklung ohne Bebauung des Feldes ergeben.
  • DerIdeenwettbewerb 2025 hat überwiegend Entwürfe ohne Bebauung prämiert.

Statt diese Ergebnisse ernst zu nehmen, ignorieren CDU und SPD konsequent den Bürgerwillen und halten an ihrer eigenen Agenda fest: Stadtentwicklung als Beutezug.

Berlin zeigt, wie Stadtentwicklung zur Beute wird: Großprojekte wie der Molkenmarkt oder das Tempelhofer Feld werden unter dem Deckmantel der „Bürgerbeteiligung“ durchgepeitscht, während echte Mitsprache unterlaufen wird. Die Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt manipulierte Auslobungsunterlagen, um favorisierte Entwürfe durchzusetzen – ein Musterbeispiel für undemokratische Entscheidungsprozesse.
Korruption und Filz als System prägen Berlin seit Jahrzehnten. Mit einem Netzwerk aus Politik und Wirtschaft werden kontinuierlich Skandale produziert – vom Steglitzer Kreisel über den Bankenskandal bis zur Tempodrom-Affäre. Das Tempelhofer Feld steht symbolisch für diese Gefahr: Sein Schutz ist kein Wohnungs-, sondern ein Demokratieproblem.

Michael Schneidewind von der Initiative 100% Tempelhofer Feld fordert:

  1. Volksentscheide sind zu respektieren.Wer sie nicht umsetzt, beschädigt das Fundament der Demokratie.
  2. Beteiligungsverfahren müssen ergebnisoffen sein.Alles andere ist Täuschung der Beteiligten.

Die Politik darf nicht den Eindruck erwecken, sie wolle Entscheidungen zurechtbiegen. Wer Beteiligung ernst nimmt, muss die Ergebnisse auch umsetzen – und nicht ignorieren.

Das Tempelhofer Feld ist ein Symbol für eine offene Stadtgesellschaft und gelebte Demokratie. Wer es bebaut, riskiert nicht nur den Verlust einer einzigartigen Freifläche, sondern verspielt auch das Vertrauen in politische Prozesse und die Regierenden.

für den Verein Demokratische Initiative 100% Tempelhofes Feld e.V. Anita Möller, Michael Schneidewind, Mareike Witt

 

 

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